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Snowflake vs. Azure Synapse vs. BigQuery

Snowflake vs. Azure Synapse vs. BigQuery

Moderne Datenarchitekturen verlagern sich in die Cloud. Klassische On-Premises-Data-Warehouses können bei wachsendem Datenvolumen, variablen Lastspitzen und der Forderung nach schnellen Bereitstellungszyklen an ihre Grenzen stoßen. Cloud-DWH-Plattformen entkoppeln Rechen- und Speicherressourcen, skalieren elastisch und reduzieren den operativen Aufwand erheblich.

Die drei marktführenden Plattformen – Snowflake, Azure Synapse Analytics und Google BigQuery – verfolgen dabei unterschiedliche Philosophien. Die Wahl hängt weniger von der Leistung als von der Cloud-Strategie, dem vorhandenen Tech-Stack und dem Betriebsmodell des Unternehmens ab.

Die drei im Überblick

Snowflake (Snowflake Inc. - Cloud-agnostisch)

Stärke

  • Cloud-unabhängig
  • Multi-Cloud-fähig
  • ausgereifte Architektur für Data Sharing

Modell

  • Getrennte Compute- und Storage-Schichten
  • Abrechnung per Sekunde

Ideal für

  • Unternehmen ohne feste Cloud-Bindung
  • komplexe Datenteams.
Azure Synapse Analytics (Microsoft - Azure-nativ)

Stärke

  • Tiefe Integration in das Microsoft-Ökosystem (Power BI, Azure Data Factory, Entra ID)

Modell

  • DWH + Spark + Serverless SQL in einer Plattform
  • Pay-per-Use oder reservierte Kapazität

Ideal für

  • Microsoft-lastige Umgebungen
  • Azure-First-Strategie
BigQuery (Google Cloud - GCP-nativ)

Stärke

  • Serverless-first
  • ML-Integration (BigQuery ML)
  • Petabyte-Skalierung ohne Konfiguration.

Modell

  • Abrechnung nach verarbeiteten Daten (On-Demand) oder Flat-Rate-Slots Ideal für
  • GCP-Umgebungen
  • datenintensive Analytics
  • ML-Workloads

Direktvergleich der Kerneigenschaften

Kriterium Snowflake Azure Synapse BigQuery
Cloud-Bindung Keine - funktioniert in allen Clouds Azure Google Cloud
Skalierung Manuell / automatisch Manuell / automatisch Vollautomatisch (serverless)
Kostenmodell Credits pro Sekunde DWU oder serverless TB-Abrechnung oder Slots
dbt-Integration Nativ unterstützt Nativ unterstützt Nativ unterstützt
Data Sharing
Marktführend (Marketplace)
Eingeschränkt Analytics Hub
ML / AI Snowpark ML Azure ML-Integration BigQuery ML (eingebaut)
Einstiegshürde Gering Mittel Gering

Wer passt wozu?

Keine Cloud-Präferenz

Snowflake
Wer heute AWS, morgen Azure nutzt oder Cloud-agnostisch bleiben will, ist mit Snowflake am flexibelsten aufgestellt.

Microsoft-Umgebung

Azure Synapse
Teams, die stark auf Power BI, Azure Data Factory oder Microsoft Fabric setzen, profitieren von der nahtlosen Integration.

GCP oder ML-Fokus

BigQuery
Bei Google-Cloud-Infrastruktur oder wenn ML direkt im DWH ohne separate Toolchain laufen soll, ist BigQuery die erste Wahl.

Daten-Ökosystem & Sharing

Snowflake
Snowflakes Marketplace und Zero-Copy-Cloning machen es zur stärksten Plattform, wenn Daten mit Partnern geteilt oder weitervermarktet werden sollen.

Was alle drei gemeinsam haben

Trotz unterschiedlicher Positionierung teilen alle drei Plattformen zentrale Eigenschaften: Sie unterstützen SQL als primäre Abfragesprache, trennen Rechen- von Speicherressourcen, sind vollständig mit dbt Core integrierbar und bieten native Konnektoren für gängige BI-Tools wie Tableau, Power BI oder Looker. Auch Apache Airflow lässt sich problemlos als Orchestrator vor jede der drei Plattformen schalten.
Hinweis: In der Praxis ist die bestehende Cloud-Strategie des Unternehmens oft der entscheidende Faktor – nicht die technischen Unterschiede der Plattformen. Wer bereits tief in Azure oder GCP investiert ist, fährt mit der jeweiligen nativen Lösung in der Regel kosteneffizienter.

Fazit

Snowflake, Azure Synapse und BigQuery sind alle produktionsreif und für Enterprise-Workloads geeignet. Snowflake punktet mit Unabhängigkeit und Data-Sharing-Stärke, Synapse mit tiefer Microsoft-Integration und BigQuery mit maximalem Serverless-Komfort und eingebetteten ML-Fähigkeiten. Die beste Plattform ist die, die zur bestehenden Infrastruktur, dem Team-Know-how und der langfristigen Cloud-Strategie des Unternehmens passt.